Sievert Karsten Frank

Über sich selbst etwas zu sagen

...ist schwierig. Es gleicht einem Spagat zwischen Bewahrung des Persönlichen und einer Darstellung des Eigenen für die berechtigten Interessen einer Leserin / eines Lesers.

Ich lebe gerne in der "Provinz". Oldenburg hat 10000 Einwohner. Wir freuen uns an Kindern und Enkeln, die uns besuchen, unserem großen Garten mit eigenen Bienen, einer wunderbaren Landschaft - und natürlich auch an der nahen Ostsee, die in ihrer Erscheinung ständig wechselt. Auch unsere Strände wechseln ihr Aussehen, da das Meer sie immer wieder umgestaltet. Das ist spannend.
Ein Cairn-Terrier gehört zur Familie.
Viel Natur, Segeln, Angeln Schwimmen. Wasser war in meinem Leben immer ein wesentlicher Faktor.
37 Jahre habe ich als Arzt in Krankenhäusern gearbeitet, die meiste Zeit in Oldenburg in Holstein.
Geburtshilfe und Operationen. Diagnostik, Therapie. Unser kleines Krankenhaus war mit der sehr guten Zusammenarbeit aller Abteilungen immer ein Platz um Menschen in Not umfassend zu helfen. Dabei wurden wir auch immer wieder an die Grenzen menschlicher Möglichkeiten geführt. Nicht jede Krankheit ließ sich heilen. Nicht allen Menschen konnten wir helfen, Schweres zu tragen. Aber Hebammen, Schwestern und Ärzte haben es immer wieder versucht und mit ihrer Zuwendung zum Menschen meinem Ideal von Arbeit im Gesundheitswesen entsprochen.

Ich gehöre gerne und mit Überzeugung zu der hiesigen ev. luth. Kirchengemeinde St. Johannis. 20 Jahre war ich Mitglied des Kirchenvorstandes. Ich bin heute noch Mitglied der Kirchenkreissynode Ostholstein.
In meinem humanistisch-idealistisch eingestellten Elternhaus hatte das Christentum nur noch historischen Wert. Mit 39 Jahren habe ich mich taufen lassen. Naturwissenschaftliche Ausbildung und Glaube fanden erst allmählich zusammen.

Sind es Wunder oder ist es nur wunderbar, wenn man immer wieder Gebetserhörungen erlebt, Menschen dabei aus lebensbedrohlichen Situationen gesund werden, chronische Schmerzen abklingen, wenn Hinweise für eigenes Verhalten in schwierigen Situationen empfangen werden, Prophetien sich erfüllen? Die sehr persönlichen Erlebnisse der Nähe und der Liebe Gottes sind heute für mein Leben entscheidend.

Erfahrungen mit unserem Schöpfer und die Überzeugung einer möglichen persönlichen Beziehung jedes Menschen zu Gott kommen in vielen meiner schriftstellerischen Arbeiten vor. Sie sind auch ein Motor für die Veröffentlichungen, da ich glaube, das all das Gute, das ich empfangen habe, mir nicht nur zu meinem persönlichen Vergnügen gegeben wurde, sondern, dass ich davon weitergeben soll..
Manchen Lesern werden die Hinweise auf Gottes Wirken zu dezent sein, anderen wieder zu sehr unterstrichen. Es entspricht meinem persönlichen Glaubensweg, viele Erkenntnisse und Erlebnisse nur behutsam zusammenzuführen, sie reifen und wirken zu lassen. Ein Baum braucht Zeit, bis er Frucht bringt, und eine Sommerblume verwelkt in den Stürmen des Herbstes und stirbt unter den Angriffen des Winters.
Mit mir hat sich der Herr lange Jahre in Geduld geübt. Er wusste, worauf es hinauslaufen würde. So wünsche ich auch anderen, dass sie einen behutsamen, nachdenklichen Weg empfindsam, aufmerksam und ohne blockierende Vorurteile gehen dürfen. Wenn ich dazu beitragen kann, bin ich dankbar.

Manche der literarisch verwerteten Einfälle sind aus Bildern und Sätzen entstanden, die plötzlich in mir waren. Ich hoffe, dass ich sie so genutzt habe, wie sie gemeint gewesen sind. Ich wünsche mir, dass sich meine Leser einfach auf die Romane und Geschichten einlassen und sich in eine Situation hineinfinden können. Der teilweise recht epische Stil passt vielleicht nicht zu unserer hastigen, schnelllebigen Zeit, aber er scheint geeignet, in die Welt eines anderen Menschen einzuführen, die doch auch immer ein Teil unserer Welt ist.

Februar 2011Sievert Karsten Frank